Pressemitteilung: Ungleichheit erfordert Umverteilung

Berlin, 11.02.2015 – In Bezug auf die kürzlich erschienene Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Vermögensverteilung in Deutschland, insbesondere bei Top-Vermögenden äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Vorsitzende des Forums Demokratische Linke – Die Linke in der SPD:

 

Die derzeit anstehende Reform der Erbschaftssteuer ist die Gelegenheit eine größere Verteilungsgerechtigkeit in unserem Land zu erwirken und Wohlstand gerechter zu verteilen. Wir dürfen auch in der Großen Koalition keine „Erbschaftssteuerreform light“ umsetzen, sondern sollten die Gelegenheit ergreifen eine gerechtere Verteilung zu erwirken.

Im Jahr 2013 leistete die Erbschaftsteuer mit einem Volumen von 4,7 Mrd. Euro einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens und kommt dabei den Länderhaushalten zugute. Das sind zwar ca. 0,75% des Steueraufkommens, entspricht aber mit 0,05% einem sehr geringen Anteil des privaten Nettovermögens.

Insbesondere eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen sollte bei der Reform der Erbschaftssteuer im Fokus stehen. Denn die aktuellen statistischen Berechnungen des DIW bestätigen: Eine sehr kleine Gruppe an Vermögenden besitzt einen Großteils des Reichtums. Demnach gehören den 0,1 Prozent der reichsten deutschen Haushalte 14 bis 16 Prozent des Gesamtvermögens. Die Ungleichheit an Vermögen nimmt offensichtlich eher zu als ab. Dies sollte allen politisch Verantwortlichen zu denken geben, denn die massive Ungleichheit gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Forderung der SPD nach stärkerer Umverteilung durch Einführung einer Vermögens- und Reform der Erbschafts- und Abgeltungssteuer bleibt angesichts dieser Zahlen brandaktuell. Die derzeit anstehende Reform der Erbschaftssteuer muss dazu dienen, Erben großer Vermögen nicht zu schonen, sondern Wohlstand in Deutschland gerechter zu verteilen.